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EM-Kolumne Von Grottenolmen und Nacktmodellen
von Michael Pöppl am 11. Juni 2012
EM-Einstand geglückt, Jubel wieder erlaubt: Wie sich die deutsche Nationalmannschaft zu ihrem Sieg gegen Portugal mogelte – und warum weder all die Tierorakel noch Gina-Lisa Lohfink damit etwas zu tun hatten. Europameisterschaften kosten den Fan viel Zeit. Nicht nur wegen der Spiele. Denn jede Tageszeitung bietet umfangreiche Sonderseiten: Neben sportlichen Meldungen findet der geneigte Leser auch neidische Berichte über das Luxusquartier der DFB-Elf bei Danzig oder den Besuch der Kanzlerin im Mannschaftsquartier. Porträts der Spieler (inklusive Spielerfrauen) gehören ebenso dazu, genau wie die Prophezeiungen der zahlreichen tierischen EM-Orakel. Von Elefantenkuh Citta im Warschauer Zoo, die schon mal den Sieg der Polen im Eröffnungsspiel falsch vorhersagte, ebenso wie Kuh Yvonne vom Bayrischen Rundfunk, die im vergangenen Jahr durch ihre spektakuläre Flucht Schlagzeilen machte, und für Samstag eindeutig Portugal favorisierte. Axolotl Axel, der Kollege im Sealife Aquarium in Oberhausen und Nachfolger des verstorbenen Kraken Paul, blieb dagegen vor dem Match lieber stumm. ![]() Nein, das ist nicht Axolotl Axel, sondern Einer, der sich laut Mehmet Scholl kurz vor diesem Bild fast wundgelegen hätte, womit wiederum Gina-Lisa nichts zu tun hat: Mario Gomez nach seinem Siegtreffer gegen Portugal (imago/Newspix) Ob der Grottenolm ahnte, dass das Spiel hätte schiefgehen können? Mehr als ein Arbeitssieg war das nicht, was die deutsche Elf am Samstag lieferte. Entsprechend erschöpft eilten die Spieler nach dem Match durch die Mixed Zone und verweigerten den wartenden Reportern den Kommentar. Immerhin: Der Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels organisierte eine stabile Abwehr, wie man sie bei der deutschen Mannschaft schon längere Zeit vermisst hatte. Und der in letzter Zeit unglücklich agierende Jerome Boateng (er war gerade durch die angebliche Affäre mit „Nacktmodell“ Gina-Lisa in die Schlagzeilen geraten) löste die schwierige Aufgabe Cristiano Ronaldo auszuschalten ziemlich bravourös. Da waren am Ende sogar Mama und Papa Boateng wieder stolz. Mario Gomez, der mit seinem Kopfballtor zum 1:0 eine ganze Nation „erlöste“, kriegte allerdings schon kurz nach dem Spiel sein Fett weg. „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wundgelegen hat, dass man ihn wenden muss”, nölte ARD-Moderator Mehmet Scholl gewohnt rotzig nach dem Match. Effektiv wurde der eher unglücklich agierende Münchener Stürmer nämlich erst, nachdem ihm die Auswechslung drohte. Kollege Miro Klose stand in der 70. Minute schon am Spielfeldrand bereit, allein der vierte Unparteiische kam nicht rechtzeitig in die Gänge um die Tafel hochzuhalten. Zum Glück, wie man aus deutscher Perspektive nun sagen kann. Vielleicht sollte sich Jogi Löw den Trick merken. Für die meisten deutschen Fans war das Zustandekommen des Sieges aber mal wieder egal – Hauptsache feiern und Autokorso. 400.000 versammelten sich allein auf der Berliner Fanmeile, über 23 Millionen saßen zuhause vor den Fernsehern oder vor den Leinwänden der Bars, Cafés, Kioske und Kneipen. Ein schöner Nebeneffekt: Auch diesmal sah man am Berliner Ku’damm wieder neben schwarzrotgoldenen Fahnen auch die türkische Flagge flattern. Ja, Herr Sarrazin: So klappt’s eben auch mit der Integration. Ähnliche Artikel Borussia Dortmund hatte ein großes letztes Ziel in dieser Bundesliga-Saison: Die TSG Hoffenheim… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Martin Freund begibt sich auf die Spuren von King Henry VIII. und seiner Vielweiberei. Mit dabei… Kannst du bitte mal nach dem Rechten sehen? Das schaffst du doch mit links! Frédéric Valin… Ähnliche Galerien Keine passenden Galerien gefunden
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