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TV-Kolumne Nilz zappt (30)
von Nilz Bokelberg am 30. Juli 2012
Nilz im Nostalgiemodus: Warum unser Fernsehkolumnist noch immer bei den Olympischen Spielen mitfiebert – und warum ihm das die Senderübertragungen nicht gerade leicht machen. Ich versuche hier natürlich einerseits an den großen TV-Ereignissen teilzuhaben, andererseits aber auch kleine, versteckte Perlen aufzuspüren und mit Euch zu teilen. Aber machen wir uns nix vor: Diese Woche kann es natürlich nur ein Thema geben und das sind die Olympischen Spiele (Und nein, Ihr Klugscheißer, ich falle jetzt nicht auf den Trick rein „Olympiade“ zu schreiben, weil die ja den Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen blablabla…). Summer Games, wie wir C64-sozialisierten Menschen dazu sagen und genauso nostalgisch gucke ich die auch immer. Damals, wenn Sommerferien waren und man den ganzen Tag bei irgendwelchen seltsamen Wettkämpfen vor dem Fernseher mitfiebern konnte. An herrlich weit entfernten Orten wie Los Angeles oder Seoul guckte man den Leuten bei allem zu, was die da so machten. Laufen, springen, turnen, schwimmen und das ganze andere Gedöns. Wir träumten nach der ’84er Eröffnungsfeier in L.A. alle davon, dass die Menschen sich bald nur noch mit Jetpacks vorwärts bewegen würden und summten vier Jahre später noch wochenlang „Hand in Hand in South Korea“ vor uns hin. Olympia, das bedeutete auch ein neues Fernsehgefühl, denn nun gab es keinen Sendeschluss. Durch die Zeitverschiebung war das Livefernsehen bei uns mitten in der Nacht. Wie toll! Immer wenn man einschaltet, läuft irgendwas. Olympische Sommerspiele, das bedeutete für einen kleinen Fernsehjunkie in einem kleinen Städtchen zwischen Köln und Bonn auch die ganz große Freiheit. ![]() Wie Summer Games auf dem C64, nur schneller und mit mehr Pixeln: die olympischen Livestreams der ARD (Screenshot) Nostalgie-Modus aus. Es ist 2012, der kleine Junge lebt schon lange in Städten und 24-Stunden-Fernsehen ist Usus, außer beim KiKa. Und selbst da läuft eine Dauerschleife zum Sendeschluss. Einfach ausmachen, das kann sich kein Sender mehr erlauben. Nachdem ich die sogar als Punkrock gelobte olympische Eröffnungsfeier von Danny Boyle verpasst habe, habe ich die folgenden Tage natürlich mit nichts Anderem mehr verbracht, als Olympia, Olympia und Olympia. Ich hab’ die deutschen Schwimmerinnen in der Staffel-Vorrunde versagen sehen und vor allem die deutsche Berichterstattung darüber, deren Essenz es eigentlich nur war, den deutschen Schwimmerinnen den Harakiri nahezulegen. Die Kollegen von der Süddeutschen haben das ganz schön beschrieben, was ich als Zuschauer empfand, bei diesen demütigenden Kommentatoren und Interviewern von ARD und ZDF. Vor allem ist Schwimmen aber eins: in epischer Breite langweilig. Das Tolle an so einer Veranstaltung ist doch, dass so viele unterschiedliche Wettbewerbe gleichzeitig stattfinden. Dachte ich immer. Man weist dann aber lieber auf seine zusätzlichen Online-Kanäle hin, auf denen man andere Sportarten live verfolgen könne. Aber auch da wird nicht alles gezeigt. Ich bin ein wenig verwirrt. Die digitalen Ableger haben offensichtlich schon zu starkes Eigenprofil, um sie als Alternativ-Station nutzen zu können. Schön wäre doch so eine Art Konferenzsender, der von Wettbewerb zu Wettbewerb hoppt, wenn da gerade etwas Spannendes passiert. So bekommt man en passant auch mal Sachen mit, die man sich sonst vielleicht gar nicht angeguckt hätte. Aber gut, ich kann ja selber Senderchef werden, wenn ich was ändern will. Erstmal selber besser machen, ne?
„Meine Damen und Herren, sie werden verstehen, vor allem die Gewichtheberfans unter ihnen, das wir nun zum Schwimmen rüberschalten. Das interessiert einfach ein paar Zuschauer mehr.“ Gnarf. Dann will ich jetzt wenigstens mein Jetpack! ____________________ Ähnliche Artikel Ach, das erste Moped! Jan Joswig kramt diesmal in den Rappelkisten-Erinnerungen von Menschen.… Kaum schreibt Frédéric Valin keinen Netzaufreger mehr, regt er sich auf. Diesmal über die… Borussia Dortmund hatte ein großes letztes Ziel in dieser Bundesliga-Saison: Die TSG Hoffenheim… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Martin Freund begibt sich auf die Spuren von King Henry VIII. und seiner Vielweiberei. Mit dabei… Kannst du bitte mal nach dem Rechten sehen? Das schaffst du doch mit links! Frédéric Valin… Ähnliche Galerien Keine passenden Galerien gefunden
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