TV-Kolumne
Nilz zappt (36)

Diesmal hält unser TV-Kolumnist Stefan Raabs Politik-Talk für eine gute Idee, liebe Zuschauer, und schiebt gleich eine ebensolche aus eigener Produktion nach.

Stefan Raab will talken. (Foto: Pro7)

Eine große Meldung machte jüngst die Runde: Stefan Raab will eine Polittalkshow machen, die in direkter Konkurrenz zu Günther Jauch laufen soll. Die Sendung soll „Absolute Mehrheit“ heißen und neben den Berufspolitikern wird auch immer noch ein „normaler“ Gast aus dem Volk da sein und ein Prominenter (oder so) und die Zuschauer können während der Sendung anrufen und somit abstimmen, wem sie am ehesten glauben oder wem sie am meisten zustimmen. Durch dieses „Druckmittel“ sollen die typischen Laberbacken dazu gezwungen werden, mal eine Meinung zu vertreten, mal Haltung zu bewahren oder, wie es so schön heißt, Kante zu zeigen. Derjenige, der dann von den Zuschauern am Ende gewählt wurde, bekommt 100.000 Euro. Ganz simpel eigentlich. Klar, kleine Fallstricke gibt es. Die Gefahr, dass dem Publikum nur noch nach dem Mund geredet wird, um die Kohle abzusahnen, besteht natürlich. Aber grundsätzlich gehen die ja schon mit einer Meinung und einem Standpunkt in die Sendung rein und es wäre ja schon albern – gerade für die Zuschauer – wenn die Diskutanten innerhalb der Show plötzlich ihre Meinung ändern würden, nur um besser anzukommen. Ich finde das Konzept und die Idee superspannend und glaube, dass das wirklich was werden kann. Freu mich auf jeden Fall, das mal zu sehen. Und lustig wird’s, wenn sich jetzt die Politik aufregt, von wegen Politik sei doch kein Zirkus und so. Als ob sämtliche Talkshows, in die die sich setzen, nicht genau das wären: Zirkus. Das neue bei Raab wäre eben nur, auch klar dazu zu stehen.

Das hat mich aber auf jeden Fall daran erinnert, das ich auch noch ein sensationelles Konzept in Petto habe, das ich mir einst mal ausgedacht hab. Dadurch, dass ich das jetzt hier euch erzähle, ist ja sozusagen öffentlich verbrieft, dass das meine Idee ist und mein Konzept. Jetzt kann das niemand mehr klauen, was vermutlich sofort passieren würde, weil das so unglaublich genial ist. Ich präsentiere: „Das letzte Mahl“/“Henkersmahlzeit“. Über den Titel wird noch zu reden sein:

Nilz Bokelberg will grillen.

Ein großer, dunkler Raum. In der Mitte eine festlich gedeckte, üppige Tafel. Jede Folge hat einen Kandidaten. Der Kandidat hat ein 5-Gänge-Menü vor sich. Jeder Gang ist eine Preisstufe, die es zu meistern gilt, wobei der große Hauptpreis, wenn man alle Gänge geschafft hat, noch mal deutlich höher ausfällt. Also ungefähr so: Für den ersten Gang gibt’s 100 Euro, wer den zweiten schafft bekommt 1.000 Euro, für den dritten gibt’s 3.000 Euro, für den vierten 4.000 und wer alle schafft bekommt 10.000 Euro. So ungefähr. Ihr versteht was ich meine.

Jetzt ist eure Frage natürlich: Was schaffen? Und hier ist die Antwort: An der Tafel sitzt zuerst nur der Kandidat mit seiner Freundin. Pro Gang kommen immer mehr Ex-Freundinnen hinzu, die ruhig alles auspacken können, was sie wollen. Bei gutem Essen und Champagner wird dann sicherlich so einiges zur Sprache kommen. Und das wird eben von Gang zu Gang unangenehmer. Dabei wird dem Kandidaten auch gesagt, wonach er fragen soll und das wird immer peinlicher und intimer. Wie lange kann man es also aushalten, so „gegrillt“ zu werden? Tolles Konzept, glaube nach wie vor, dass das funktionieren kann. Gut, die Redaktion wird ordentlich recherchieren müssen, aber durch solche Netzwerke wie Facebook ist das ja auch deutllich einfacher geworden. Da kann man das ja ganz gut „gegenchecken“ und hat dann nicht nachher Frauen da sitzen, die alle nur abgesprochene Sachen erzählen. Also, ich würd’s auf jeden Fall gucken.

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Nilz Bokelberg (35) ist Moderator, Autor, Netz- und Fernsehjunkie und bloggt unter anderem für unsere Fünf Filmfreunde. Bei Twitter ist Nilz auch.

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