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TV-Kolumne Nilz zappt (50)
von Nilz Bokelberg am 18. Dezember 2012
Wir gratulieren Nilz Bokelberg mit viel Konfetti und Tamtam zur 50. Ausgabe seiner Fernsehkolumne, sagen “Danke, Nilz!” und räumen nun das Feld für seine Jubiläumsausgabe – und für Introspektive. Denn Nilz hat einen Traum. ![]() Das ist der Nilz, der sich für uns (und sich selbst) seit 50 Wochen durch das deutsche Fernsehprogramm zappt. Und kein bisschen älter geworden ist er dabei! Jubiläum! Seit 50 Wochen schreibe ich nun hier über Fernsehen, über gutes und schlechtes. Über altes und neues. Über sehenswertes und wegguckbares. Warum das alles eigentlich? Und da ich ja auch manchmal selber Fernsehen mache (und das auch noch gerne): Ist das nicht ein wenig nestbeschmutzerisch? Ein immer wiederkehrender Vorwurf, den man sich als Kritiker anhören darf, ist das allseits beliebte: „Naja, erstmal selber besser machen!“ Das ist natürlich Quatsch, vor allem wenn das unter einer Kritik über, zum Beispiel, „Herr der Ringe“ steht. Dann wird es sogar absurd. Aber dennoch stelle ich mir jedes Mal die Frage: Wie würde ich was eigentlich besser machen? Und vielleicht denkt sich der geneigte Leser auch: Was will der Bokelberg eigentlich machen? Und da das hier meine Kolumne ist und heute Jubiläum, will ich einfach mal über mich schreiben und meine Träume. Mich greifbarer (und dadurch auch angreifbarer) machen. Herunter kommen von meinem hohen Kritiker-Thron, hinunter zu Euch Menschen, die Ihr mit dem Fernsehen leben müsst, das Ihr vorgesetzt bekommt. Mein großer Traum, im Fernsehen, wäre eine eigene Late Night Show. Nun höre ich auch wieder das laute Gejammer, das Late Night Shows in Deutschland nicht funktionieren, dass die Vergangenheit doch genau das bewiesen hätte, blablabla. Ich glaube aber fest an das Genre und ich glaube, das dafür im deutschen Fernsehen noch Platz ist. Fangen wir mit den Grundsätzen an: Der Witz einer Late Night Show ist natürlich, dass sie jeden Abend kommt. Das Wochenende kann man ausfallen lassen, aber werktags bitte jeden Abend. Sonst macht das doch auch keinen Sinn. Der Versuch Pocher eine Late Night Show zu geben, die aber nur freitags zu senden, wo die Leute, die den noch sehen wollen, gerade versuchen den Preis für die Flatrate in der „Klapsmühle“ oder dem „Che’Coolala“ wieder reinzusaufen, war auf alle denkbaren Arten unglücklich. Schmidt mit seinen viel zu oft wechselnden Terminen in der ARD war auch kein Wunschkonzert und es wurde eher zum Roulette, ob man ihn nun sehen konnte – oder eben nicht. Was man von Lanz lernen kann: Interesse an den Gästen zeigen, meinetwegen auch heucheln, aber bei jedem Gast unvorbereitet in den Talk zu gehen und zu fragen, ob die denn schon mal was gemacht hätten, wenn sie gerade da sind um ihr 27. Album zu promoten, ist halt immer so ein bisschen: „Dann rede doch nicht mit denen!“. Was man von Lanz besser nicht lernt: Lieblingswitze immer wieder bringen (Ehrlich, den mit der Glatze haben wir jetzt alle schon mitbekommen, der muss nicht wiederkehren). Ich will der deutsche Jimmy Fallon werden
Ich meine: Es ist so kurz vor Weihnachten und mein Jubiläumstext. Da wird man doch wohl noch träumen und wünschen dürfen, oder? Danke fürs Mitlesen, an jeden von Euch. Auf die nächsten 50! Und auf tolles Fernsehen! ____________________ Ähnliche Artikel Ist die Zeit der Suchmaschinen etwa vorbei? Sind sie schlicht zu gut? Suchkumpel statt… Eine Shoppingtour unseres Motorradmanns Jan Joswig endete mit einer unerwarteten Entdeckung: Im… Charles Bukowski, Blutblasen im Ohr und Vögel unter Maos… Jan Joswig nimmt in seiner Kolumne den ehemaligen italienischen Motorradhersteller Laverda ins… Netzkolumnist Frédéric Valin möchte der Sprachkritik im Internet kein Forum bieten. Den… Ähnliche Galerien Keine passenden Galerien gefunden
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