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TV-Kolumne Nilz zappt (56)
von Nilz Bokelberg am 29. Januar 2013
Nach dem Dschungelcamp ist vor dem Dschungelcamp, weiß unser TV-Kolumnist Nilz, liebe Zuschauer. Und er erklärt uns auch, warum er niemals ins Camp einziehen kann. Oder vielleicht doch? Das Dschungelcamp ist vorbei und zum Glück hat Joey Heindle gewonnen. Er hat sich durchgesetzt gegen Olivia Jones, eine Figur, an der überhaupt gar nichts mehr echt ist. Ein Taktierer bis zum letzten Moment. Schön, dass jemand so herzloses, von so einem naiven, aber herzensguten Menschen wie Joey auf den zweiten Platz geschickt wurde. Oder wie es im Internet so schön heißt: Faith in humanity restored. Was ist eigentlich das Fazit zum diesjährigen Dschungelcamp (außer, dass ich anscheinend all die Jahre richtig lag mit meinem Secret crush auf Claudelle Deckert, denn die war wirklich supernett, supersympathisch und genau das richtige Level an bekloppt…hach)? Das Dschungelcamp ist eine Produktion, die funktioniert. Es könnte so auch locker mehrmals im Jahr laufen, schön ist aber, dass es das nicht tut. Aber man muss auch sagen: Das Camp ist immer nur so gut wie seine Insassen. Und da hat man wegen der Überstaffel damals, 2011, mit Dschungelkönig Peer, Sarah Dingens, Jay-dira und so weiter natürlich ein Problem, weil dagegen jedes einzelne Camp im Schatten stehen muss. Damals sind neben der professionellen Arbeit des Teams noch so viele Faktoren dazu gekommen, so viele Konstellationen zufällig richtig gewesen, dagegen kommt man nicht mehr an. Und so macht sich natürlich auch mal eine dezente Langeweile breit. Da kann man nur wenig gegen tun. Was sich als gutes Gegenmittel erwiesen hat: gemeinsames Gucken. Zum Beispiel auf meinem Facebookprofil hat sich eine mittlerweile bunte Truppe aus dem ganzen Land zusammengewürfelt, die jeden Abend jede Folge gemeinsam guckt und direkt kommentiert. Dabei kommen die immer gleichen ca. zwanzig Menschen fast jedes Mal locker auf 1000+ Kommentare. Pro Sendung. Und zum Finale trifft man sich, feiert gemeinsam den Dschungelkönig und aber vor allem die Gemeinsamkeit, die so ein Format plötzlich ausgelöst hat. Beispielsweise heiraten zwei aus meiner Facebook-”Dschungelgang” bald, die anderen Kommentatoren sind zum Polterabend eingeladen. Welche andere Fernsehsendung kann das von sich behaupten? Das gibt es nur bei „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ Ich werde oft gefragt, ob ich mal in den Dschungel gehen würde. Nun, die C-Promi-Haftigkeit erfülle ich zu Genüge. Aber ich könnte mir das trotzdem nicht geben. Ich kann nicht schwimmen, blieben für mich also nur noch so Ekelprüfungen. Ich ekle mich aber vor unheimlich viel… sprich, ich müsste mit Sicherheit in jede Prüfung. Und schon alleine das möchte ich mir ersparen. Na klar, jeder hat seinen Preis, ich glaube aber nicht, dass RTL bereit ist, meinen zu zahlen. Und ich fühle mich ehrlich gesagt auch so am wohlsten, mit meiner Gang an der Tastatur. Ich freu mich auf’s nächste Mal. Und natürlich auf den Polterabend. Etwas anderes Bemerkenswertes habe ich, quasi als Rahmenprogramm vom Dschungel, vergangenen Freitag mitbekommen müssen: Steffen Henssler, der sich in meiner Wahrnehmung in den letzten Jahren als „Der schlechtgelaunte Fernsehkoch“ festgesetzt hat, bekam eine Sondersendung, eine Kochshow vor Publikum. Die, glaube ich, auch noch lustig gemeint ist. Also „cook up“ oder wie immer man diese Mischung nennen mag. Diese Sendung war wirklich schlimm: Witze aus der Mottenkiste, garniert mit Anekdötchen, sinnlos in die Länge gezogen (okay, nicht sinnlos, aber nur mit dem Zweck Zeit zu füllen), dafür dann aber nicht mal besonders lustig, sondern nur noch zotig. Ich erinnere mich an eine Geschichte, die Henssler erzählt hat. Darin ging es darum, wie er eine Frau zu sich nach Hause eingeladen und für sie ein romantisches Candlelight-Dinner vorbereitet hat. Dann bekam sie aber einen allergischen Anfall, weil wohl Pistazien in dem Essen waren. Ihre Zunge schwoll auf Riesengröße an. Er fuhr sie ins Krankenhaus. Und musste alleine nach Hause gehen. Wirklich, das war’s. Mehr nicht. Das war die ganze, ewig lang erzählte, super aufgebauschte Geschichte. Ein totales Nichts von einer Anekdote.
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